ÖSTERREICH:

 

ZIEHEN VON ANHÄNGERN

 

 

 

 

Rechtsfragen beim Ziehen von Anhängern unter Berücksichtigung der Führerscheinbestimmungen und technischer Kriterien.

 

 

Rechtsgrundlagen: § 2 und 41a FSG, §§ 6 und 104 KFG sowie §§ 58 und 61 KDV

 

 

I. Die größten Einschränkungen ergeben sich aus den

 

Führerscheinbestimmungen.

 

 

 

Mit der Klasse B darf man lenken:

 

Einen Kraftwagen mit einer höchsten zulässigen Gesamtmasse von max. 3.500 kg zur Beförderung von bis zu 8 Personen zusätzlich zum Lenker.

 

 

 

Mit diesem Kraftwagen darf man ziehen:

 

  • leichte Anhänger (bis 750 kg höchst zulässige Gesamtmasse)
  • schwere Anhänger, wenn die höchste zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination (also Zugfahrzeug und Anhänger) zusammengerechnet nicht 3.500 kg übersteigt (dies ist eine Änderung ab 19.1.2013! Auf das Verhältnis der höchsten zulässigen Gesamtmasse des Anhängers zum Eigengewicht des Zugfahrzeuges kommt es nicht mehr an!)
  • schwere Anhänger, wenn die höchste zulässige Gesamtmasse der Fahrzeugkombination mehr als 3.500 kg aber nicht mehr als 4.250 kg beträgt, sofern der Lenker eine Zusatzausbildung (Theorie und Praxis) im Ausmaß von sieben Unterrichtseinheiten absolviert hat (Code 96 wird im Führerschein vermerkt).

 

 

Neu ab 19.01.2013 ist also der Code 96:

 

Der Code 96 kann alleine oder zusammen mit jeder Ausbildung für die Klasse B erworben werden, also auch zB zusammen mit L17.

 

Mit dem Code 96 darf die Summe der höchst zulässigen Gesamtmasse von Anhänger und Zugfahrzeug bis zu 4.250 kg betragen.
Den Code 96 erhält man nach 3 UE theoretischer Schulung und 4 UE praktischer Ausbildung erteilt. Es gibt keine theoretische und keine praktische Prüfung.

 

 

Darüberhinaus gibt es nach wie vor den Erwerb der Führerscheinklasse E zusätzlich zur vorhandenen Klasse B.

 

Neuer BE ab 19.01.2013: der Anhänger darf nunmehr maximal eine höchst zulässige Gesamtmasse von 3.500 kg haben.  Darüber hinausgehend ist eine Lenkberechtigung für die Klasse C1E erforderlich.

 

 

Aber Achtung: mit Führerscheinen der Klasse BE, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt wurden, dürfen weiterhin Anhänger mit einer höchsten zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3.500 kg gelenkt werden, sofern das Eigengewicht des Anhängers incl. Beladung (=das tatsächliche Gewicht des beladenen Anhängers) nicht höher ist als die höchste zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges. Bei geländegängigen Zugfahrzeugen (allradgetriebene PKW und Kombi) gilt folgendes Gewichtsverhältnis: Das tatsächliche Gewicht des beladenen Anhängers darf nicht mehr ausmachen, als die 1,5-fache höchst zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeuges.

 

Zusätzlich muss man natürlich aber auch die bei der Genehmigung festgesetzten Werte (= die Eintragungen im Zulassungsschein, wie Anhängelast gebremst etc.) beachten.

 

Bei einem späteren Austausch des Führerscheindokuments wird dies mit einem Code ("79.06") vermerkt.

 

 

Erleichterter Zugang zur Führerscheingruppe BE:

 

1. Möglichkeit:

 

Wenn man seit mindestens 3 Jahren einen Führerschein der Klassen B und F besitzt, kann auf Antrag bei der zuständigen Führerscheinbehörde eine Lenkberechtigung für die Klasse BE ausgestellt werden, wenn man:

 

  1. glaubhaft machen kann, auch andere als leichte Anhänger bereits gezogen zu      haben,
  2. keine Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Eignung bestehen und
  3. die praktische Fahrprüfung erfolgreich absolviert wurde.

 

2. Möglichkeit:

 

Personen, die im Besitz einer Lenkberechtigung für die Klasse B sind und den Code 96 im Führerschein eingetragen haben, darf eine Lenkberechtigung für die Klasse BE ohne theoretische und praktische Ausbildung in der Fahrschule erteilt werden. Man muss nur mehr die Theorie- und Praxisprüfung erfolgreich absolvieren.

 

 

II. Technische Kriterien:

 

 

 

a.)  Ziehen von leichten Anhängern (= max. 750 kg höchst zulässige Gesamtmasse)

 

 

Diese Anhänger müssen keine Bremsanlage haben, wenn das Eigengewicht des Zugfahrzeuges, zu dem man 75 kg für den Lenker dazuzählen darf, mindestens doppelt so viel ausmacht, wie das tatsächliche Gesamtgewicht des Anhängers (Eigengewicht plus Beladung).

 

 

Beispiel:

 

Das Eigengewicht des PKW beträgt 1.380 kg, zu diesem zählt man 75 kg dazu, ergibt 1.455 kg.

 

Das tatsächliche Gewicht des beladenen Anhängers beträgt 690 kg.

 

Das Ziehen ist aus technischer Sicht zulässig, da das doppelte tatsächliche Gesamtgewicht des Anhängers unter dem Eigengewicht des Zugfahrzeuges plus 75 kg liegt.

 

 

Generell wird aus KFG-rechtlicher Sicht beim Ziehen eines leichten Anhängers auf dessen tatsächliches Gewicht inkl. der jeweiligen Beladung abgestellt.

 

 

 

Aber Achtung:

 

Immer prüfen, ob Führerschein der Klasse B ausreicht!

 

Und zwar anhand der vorstehenden Kriterien.

 

 

b.) Ziehen von auflaufgebremsten Anhängern

 

Das Ziehen von Anhängern, die nur eine Auflaufbremse haben, ist aus technischer Sicht nur zulässig, wenn das tatsächliche Gewicht des beladenen Anhängers (Eigengewicht plus Beladung) nicht das höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges überschreitet bzw. die zulässige Anhängezuglast der Anhängevorrichtung am Fahrzeug nicht überschritten wird (siehe Zulassungsschein).

 

 

Bei geländegängigen Zugfahrzeugen (allradgetriebene PKW und Kombi) gilt folgendes Gewichtsverhältnis: Das tatsächliche Gewicht des beladenen Anhängers darf nicht mehr ausmachen, als das 1,5-fache höchstzulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeuges.

 

 

Im übrigen sind auch beim Ziehen von auflaufgebremsten Anhängern die im Zulassungsschein aufgenommenen Eintragungen zu beachten.  Wenn die Behörde gewichtsmäßige Auflagen erteilt hat, darf der Lenker eines Gespannes diese Anordnungen keinesfalls übergehen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, bei der Zulassungsstelle einen Antrag auf Änderung zu stellen, sofern dies nach Herstellerangaben möglich ist.

 

 

Ergebnis: Eine genaue Abklärung ist immer nur dann durchführbar, wenn alle Einzel-                 daten für beide Fahrzeuge und den vorhandenen Führerscheinumfang vorliegen.

 

 

 

III. Maximal erlaubte Geschwindigkeiten beim Ziehen von Anhängern:

 

                                                                               Stadt    Freiland Autobahn/Autostraße

 

 

Kfz mit leichtem Anhänger (höchst zul. Gesamt-            50       100         100          100

 

masse des Anhängers max. 750 kg)                                    

 

 

 

Kfz mit Anhänger über 750 kg höchst zul. Gesamt-

 

masse (wenn höchst zul. Gesamtmasse des An-

 

hängers = max. Eigengewicht von Zugfahrzeug

 

und wenn beide höchstzul. Gesamtgewichte = max.         50         80           100         80

 

3.500 kg)

 

                                                                               

 

Kfz mit Anhänger (höchst zul. Gesamtmasse über

 

750 kg, Lenkberechtigung der Gruppe E)                     50         70              80         80

 


DEUTSCHLAND:

Das Ziehen von Anhängern

Grundsätzlich ist das Ziehen von Anhängern für Besitzer des Führerscheines der Klasse B erlaubt. Will man mit dem Führerschein der Klasse B einen Anhänger ziehen, sind bestimmte Gewichtsverhältnisse einzuhalten.

Spezielle Voraussetzungen:


Es ist eine gängige Praxis, sich den Führerschein der Klasse E zu B zu sparen, indem man das höchst zulässige Gesamtgewicht des Anhängers herabsetzen lässt.

Dabei sollte man aber beachten, dass diese Variante nur dann einen Sinn macht, wenn man das technisch zulässige Höchstgewicht des Anhängers nie voll ausnutzt. Andernfalls können im Falle einer Verkehrskontrolle, oder eines Unfalls gravierende Probleme auf den Lenker zukommen:

  • zum einen handelt es sich um das Lenken eines Kraftfahrzeuges ohne Lenkberechtigung und
  • zum anderen lenken sie ein Fahrzeug, dass nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, weil es die im Zulassungsschein festgelegten Höchstgrenzen übersteigt (also überladen ist).

 

Folgen können zum einen hohe Geldstrafen und zum anderen gravierende Probleme mit der Versicherung sein. Im Falle eines Unfalls kann die Kausa bis zu Regressansprüchen der Versicherungsgesellschaft führen. Auf jeden Fall werden sie bei einer Verkehrskontrolle an der Weiterfahrt gehindert werden


Wir empfehlen:

Wenn Sie mit unterschiedlichen schweren Anhängern oder verschiedenen Fahrzeugen unterwegs sind, sollten sie auf alle Fälle den Führerschein der Klasse E zu B machen. Die Kosten sind von Fahrschule zu Fahrschule unterschiedlich, jedoch durchaus erschwinglich. Vor allem sind Sie, wenn die Gewichtsverhältnisse eingehalten werden, immer legal unterwegs.

Es gibt außerdem eine vereinfachte Ausbildung für Besitzer der Klasse B und F.


Neu gibt es nun auch den Code 96:

Der Code 96 ist ab 19.1.2013 neu und kann zusammen mit jeder Ausbildung für die Klasse B oder im Rahmen einer Zusatzausbildung zur Klasse B erworben werden. Die Ausbildung für den Code 96 ist auch zusammen mit der L17-Ausbildung möglich.


Es gibt keine Prüfung und keine ärztliche Untersuchung.


Mit dem Code 96 darf die Summer der höchst zulässigen Gesamtgewichte von Anhänger und Zugfahrzeug bis zu 4.250 kg betragen.


Den Code 96 erhält man nach:

  • 3 Unterrichtseinheiten theoretische Schulung
  • 4 Unterrichtseinheiten praktische Ausbildung
Es gibt keine theoretische oder praktische Prüfung!

Es ist keine ärztliche Untersuchung notwendig!

Der Code 96 gilt in der gesamten EU.